Wenn du alles erreicht hast, was du wolltest, und trotzdem das Gefühl hast, dass etwas fehlt.
Ich erinnere mich noch ziemlich genau an diesen Moment.
Ich saß in der Business Class auf dem Rückflug von China. Hinter mir lag eine erfolgreiche Geschäftsreise. Ich hatte gerade einen Millionendeal abgeschlossen, in einem schicken Fünf-Sterne-Hotel übernachtet und eigentlich allen Grund, ziemlich zufrieden mit mir zu sein.
Genau für solche Momente hatte ich jahrelang gearbeitet.
Und da saß ich nun.
Völlig übermüdet, mit Jetlag, irgendwo über den Wolken. Mein Sitz ließ sich in ein Bett verwandeln, das Essen wurde auf Porzellan serviert und eigentlich hätte ich denken müssen: Wow. Ich hab's geschafft.
Stattdessen lag ich da und dachte:
„War's das jetzt?“
Nicht besonders dramatisch. Keine Tränen. Kein Nervenzusammenbruch.
Nur diese eine Frage.
Und das Verrückte war: Ich hatte keine Ahnung, was ich eigentlich vermisste.
Wenn du alles erreicht hast und trotzdem etwas fehlt
Ich hatte mir genau dieses Leben gewünscht.
Erfolg. Finanzielle Unabhängigkeit. Reisen. Große Deals. Die Freiheit, mir Dinge leisten zu können, über die ich früher nur nachgedacht hatte.
Und ich war stolz darauf.
Aber in diesem Flugzeug wurde mir etwas bewusst, das ich lange nicht hinterfragt hatte:
Ich hatte sehr genau gewusst, was ich erreichen wollte. Aber nie wirklich darüber nachgedacht, wie ich mich fühlen wollte, wenn ich dort angekommen bin.
Wir verbringen Jahre damit, auf etwas hinzuarbeiten.
Wenn ich erst diesen Job habe. Wenn ich erst so viel verdiene. Wenn ich erst dort angekommen bin.
Dann bin ich zufrieden.
Nur was passiert, wenn du tatsächlich dort ankommst und die erhoffte Zufriedenheit ausbleibt?
Das Problem war nicht mein Erfolg
Lange dachte ich, ich müsste einfach das nächste Ziel finden.
Noch größer denken. Noch mehr erreichen.
Denn das war die Antwort, die ich kannte.
Wenn sich etwas nicht richtig anfühlte, musste ich eben etwas verändern, verbessern oder optimieren.
Aber irgendwann verstand ich:
Ich war nicht müde vom Erfolg. Ich war müde von der Person, die ich glaubte sein zu müssen, um erfolgreich zu bleiben.
Immer stark. Immer kompetent. Immer leistungsfähig.
Ich hatte mir ein Leben aufgebaut, das nach außen großartig aussah.
Aber die Regeln, nach denen ich dieses Leben führte, hatte ich nie wirklich hinterfragt.
Heute nenne ich das Identity Fatigue.
Die Erschöpfung, die entsteht, wenn du jahrelang eine bestimmte Version von dir aufrechterhältst, obwohl sie sich längst nicht mehr richtig anfühlt.
Du musst nicht alles hinschmeißen, um etwas zu verändern
Ich glaube, viele erfolgreiche Frauen kennen diesen Moment.
Nicht unbedingt in einem Flugzeug. Vielleicht nach einer Beförderung. Beim Blick auf das eigene Haus. Oder an einem ganz normalen Dienstagmorgen.
Dieses leise Gefühl: Eigentlich ist alles gut. Warum fühlt es sich dann nicht so an?
Und sofort kommt das schlechte Gewissen.
Andere wären froh, an deiner Stelle zu sein.
Aber du musst nicht undankbar sein, um dir ein anderes Leben zu wünschen.
Und du musst auch nicht deinen Job kündigen, auswandern oder deine Ambitionen aufgeben.
Für mich lag die Veränderung nicht darin, weniger zu wollen.
Sondern darin, Erfolg nicht länger mit ständigem Leisten und Beweisen gleichzusetzen.
Ich wollte weiterhin erfolgreich sein. Aber nicht mehr zu denselben Bedingungen.
Heute weiß ich, dass die Frage in diesem Flugzeug nicht das Ende meiner Ambitionen war.
Sie war der Anfang davon, meine eigenen Regeln zu hinterfragen.
Denn manchmal ist „War's das?“ gar keine Frage danach, ob du genug erreicht hast.
Sondern danach, ob das Leben, das du dir aufgebaut hast, noch zu der Frau passt, die du heute bist.
Du darfst stolz auf alles sein, was du erreicht hast. Und trotzdem feststellen, dass du heute etwas anderes willst.
Und jetzt?
Wenn du beim Lesen gedacht hast: Das bin ich.
Manchmal reicht ein Text, um etwas in Bewegung zu bringen. Manchmal braucht es ein Gegenüber. Im Executive Coaching und Sparring schauen wir gemeinsam auf das, was längst in dir da ist.
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